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Stolperstein für Dr. Gustav Herzfeld (2017). (© Stefan Schulz) Am Freitag, 6. Dezember 2019, verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig ab 13 Uhr in Potsdam neue Stolpersteine in Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus. Bürgermeister Burkhard Exner wird ein Grußwort am Ort der ersten Verlegung, in der Griebnitzstraße 8, halten. Bereits um 10.30 Uhr findet im Landgericht Potsdam eine öffentliche Veranstaltung statt, auf der Schülerinnen und Schüler des Humboldt-Gymnasiums, des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums und der Montessori-Oberschule ihre Recherchen zu den Menschen, für die ein Stolperstein verlegt wird, vorstellen. Die Landgerichtspräsidentin Dr. Ellen Chwolik-Lanfermann und die Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Noosha Aubel, eröffnen die Veranstaltung. Angehörige und Nachfahren aus Deutschland, den USA und der Schweiz werden dabei sein. Schülerinnen und Schüler des Humboldt-Gymnasiums unter Leitung ihrer Lehrerin Ulrike Boni-Jacobi haben intensiv zu Fritz Hirschfeld und Käthe Alexander-Katz recherchiert. Fritz Hirschfeld hatte von 1927 bis 1933 den Vorsitz des Potsdamer Amtsgerichts inne und gehörte zu den angesehensten Juristen der Stadt. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde er von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet. Käthe Alexander-Katz wohnte in den 1930er-Jahren im Haus von Fritz Hirschfeld und pflegte dessen schwerkranke Ehefrau. Die Katholikin jüdischer Herkunft wurde in Auschwitz ermordet. In der Griebnitzstraße 8 werden um 13 Uhr Stolpersteine für Fritz Hirschfeld und Käthe Alexander-Katz verlegt. Mit den Lebensgeschichten von Dr. Paul Elkan Bernhardt und Hugo Baron beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Raika Seipold. Dr. Bernhardt lebte in der heutigen Ludwig-Richter-Straße und war als Nervenarzt tätig. 1942 nahm er sich vermutlich das Leben, um einer drohenden Deportation zu entgehen. Für ihn wird an seinem ehemaligen Wohnort in der Ludwig-Richter-Straße 15 zwischen 13.30 und 14 Uhr ein Stolperstein verlegt. Hugo Baron lebte seit 1898 in Potsdam und betrieb ein Geschäft für Herren- und Jungenausstattung, unter anderem in der Lindenstraße 15. Als langjähriges Mitglied der jüdischen Gemeinde wurde auch er diskriminiert, verfolgt und ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort starb er am 2. Dezember 1942. Für ihn wird gegen 15 Uhr in der Lindenstraße 15 ein Stolperstein verlegt. Schülerinnen und Schüler der Montessori-Oberschule Potsdam unter Leitung von Martina Oestreich erforschten das Leben von Paul Otto und Käthe Meyerstein. Das Ehepaar lebte mit seinen beiden Söhnen in Neu Fahrland. Während den Söhnen die Flucht in die USA glückte, gelang den Eltern die Emigration nicht. Beide wurden 1942 ins Ghetto von Riga deportiert. Paul Otto Meyerstein verstarb dort; seine Frau Käthe wurde nach Auschwitz gebracht, wo sie ermordet wurde. Die Stolpersteinverlegung in Neu Fahrland findet zwischen 14.15 und 14.45 Uhr statt. Die Landeshauptstadt Potsdam beteiligt sich seit 2008 an der Aktion „Stolpersteine – ein Kunstprojekt für Europa“. Mit den kleinen Gedenktafeln soll die Erinnerung an die ansonsten oft namenlosen Opfer und ihre Schicksale zur Zeit des Nationalsozialismus in der Stadt lebendig gehalten werden.

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News veröffentlicht am 04.12.2019

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