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Präparator im Naturkundemuseum. Foto Naturkundemuseum Potsdam/ Anne Vierling Am Sonntag, 2. Februar, erklärt der Präparator Christian Blumenstein den Gästen des Naturkundemuseums Potsdam, wie Braunbärin Tapsi oder Eisbärin Nancy ins Museum kamen. Von 10 bis 11 Uhr erfahren erwachsene Gäste sowie Kinder ab sechs Jahren im Veranstaltungsraum, was das Handwerk eines Präparators ausmacht. Es werden verschiedene Materialen wie Glasaugen, künstliche Körper, Felle, Schädel sowie Werkzeuge gezeigt, die der Präparator bei seiner Arbeit einsetzt. Christan Blumenstein, der mehrfach als Weltmeister ausgezeichnet wurde, stellt sich den Fragen der Besucherinnen und Besucher und ermöglicht einen Einblick in die Kunst der Präparation. Es dürfen auch eigene Fundstücke zur Bestimmung mitgebracht werden. „Das oberste Ziel der präparierten Ausstellungsobjekte ist die scheinbare Lebendigkeit der Tiere. Wenn die Gäste darüber hinaus biologische Hintergründe verstehen und dazulernen, ist mein Auftrag und der des Museums mehr als erfüllt. Wenn Museumsgäste beispielsweise verstehen, dass ein Langohr im Schnee nur ein Feldhase sein kann und kein Wildkaninchen, dann freue ich mich. Wildkaninchen halten nämlich Winterschlaf im Gemeinschaftsbau, daher würde man sie nicht im Schnee sehen – das ist für mich Umweltbildung“, erklärt der Präparator. Viele der präparierten Tiere des Museums wurden von Potsdamer Bürgerinnen und Bürgern tot gefunden und ins Museum gebracht. Das Naturkundemuseum Potsdam sammelt alle heimischen Tierarten insbesondere des Landes Brandenburg – von seltenen und geschützten Tierarten wie dem Wolf bis hin zu ganz gewöhnlichen Tieren wie Amsel, Igel oder Biene sowie Nester und Federn. Als Archiv des Lebens dokumentiert die zoologische Sammlung des Museums die biologische Vielfalt. Ganz besondere Arten werden für die Ausstellung präpariert, jedoch nur, wenn das Tier in einem einwandfreien Zustand ist. Im Jahr kommen schätzungsweise 200 bis 300 Wirbeltiere ins Museum, davon werden jährlich viele Totfunde von Menschen aus der Region gebracht. Doch nicht jedes Tier wird im Museum aufwendig präpariert und aufgestellt. Werden Tiere für die wissenschaftlichen Sammlungen präpariert, kommt es darauf an, die Stücke möglichst raumsparend aufzubewahren. Von Säugetieren und Vögeln werden dann beispielweise Bälge angefertigt. Als Balg wird die abgezogene Tierhaut mit Haaren oder Federn bezeichnet. Skelette und Knochen müssen entfettet und anschließend platzsparend in Schachteln aufbewahrt werden. Für die Präsentation in den Ausstellungen ist es dagegen die hohe Kunst, das Tier so lebendig wie möglich erscheinen zu lassen. Präparate, die auf Meisterschaften Preise gewinnen sollen, werden noch intensiver bearbeitet. Dort begutachtet die Jury jedes kleinste Detail mit Lupe und Taschenlampe. Die Veranstaltung ist für Familien geeignet und richtet sich an Kinder ab sechs Jahren. Die Plätze im Vortragsraum sind begrenzt, um eine telefonische Anmeldung unter der Telefonnummer 0331 289 6707 wird gebeten. Zuzüglich zum Eintritt kostet die Veranstaltung 2,50 Euro pro Person.

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News veröffentlicht am 30.01.2020

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