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Italien in Potsdam: Museum Barberini (© Landeshauptstadt Potsdam & Museum Barberini/Helge Mundt) Italien in Potsdam: Belvedere Pfingstberg (© Landeshauptstadt Potsdam & Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg/Reinhardt & Sommer, Potsdam) Der preußische Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm IV. war fasziniert von Italien. Von seiner ersten Italien-Reise schrieb er 1828 von Mailand aus an seine Ehefrau: „Kurz nach unserer Ankunft hier waren wir im Dom der mich fast ohnmächtig machte. Keine Imaginazion erreicht die Pracht & den heiligen Eindruck des Gebäudes. Es gehört zu den Dingen die zu doll seynd. Ach daß ich nicht mit Dir das habe sehen können!!!“. An anderer Stelle betont er die Bezüge zur preußischen Residenzstadt: „Alle Augenblicke fielen mir Ähnlichkeiten mit der Potsdammer Gegend auf - nur was dort Brauhaus Berg & Consorten sind, vertritt hier das Sabiner & Latiner Gebirge. Je weiter wir kamen je öder & unfruchtbarer wurde das Land – dasselbe Land, das mit Villen, Tempeln, Ortschaften, Kirchen & Prachtbauten aller Gattung so bedeckt war, […].“ Schon Friedrich der Große hatte Fassaden nach Kupferstichen von Bauten in Italien errichten lassen. Das Alte Rathaus, gebaut 1752/53 von Jan Boumann, war ein nicht realisierter Entwurf von Andrea Palladio für den Palazzo Angarone in Vicenza. Wichtige Bauten, die heute zum UNESCO-Welterbe gehören und das Stadtbild von Brandenburgs Landeshauptstadt bis heute prägen, entstanden während der Regentschaft Friedrich Wilhelms IV. unter dem Einfluss seiner Italienreisen: das Schloss Charlottenhof, die Römischen Bäder, das Belvedere auf dem Pfingstberg, die Friedenskirche, die Orangerie im Park Sanssouci, dazu viele Turmvillen. Berühmte Baumeister wie Schinkel, Stüler und Persius setzten diesen italienischen Traum um –  wie der König selbst – inspiriert von ihren Italien-Aufenthalten. Die Landeshauptstadt Potsdam widmet sich 2019 ihrem italienischen Vermächtnis. Den Impuls dafür setzte das Museum Barberini, das vom 13. Juli bis 6. Oktober 2019 Meisterwerke des italienischen Barocks nach Potsdam holt. 54 Werke aus den Sammlungen der Palazzi Barberini und Corsini, den Nationalgalerien in Rom, die weltweit eine der bedeutendsten Sammlungen italienischer Malerei beheimaten, sind im Rahmen der Ausstellung „Wege des Barock“ zu Gast in Potsdam. Das Museum Barberini am Alten Markt ist eine Adaption des römischen Palais Barberini, das Friedrich der Große 1771/72 nach dem Vorbild des Palazzo Barberini errichten ließ. Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini: „Es ist für uns eine große Anerkennung des noch jungen Museums Barberini, mit der traditionsreichen Nationalgalerie in Rom kooperieren zu können. Es war von Anfang an unser Wunsch, mit der Sammlung, die den gleichen Namen wie unser Gebäude trägt, eine Ausstellung zu realisieren. Dass unsere Schau u.a. mit der spektakulären Leihgabe von einem der bedeutendsten Werke Caravaggios, „Narziss“, nun den Impuls gab zu einem stadtweiten Fest italienischer Kultur in Potsdam, freut mich sehr.“ Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) bewahrt Schätze des italienischen Erbes in den Schlössern und Gärten. In der Bildergalerie im Park Sanssouci ist Caravaggios Werk „Der ungläubige Thomas“ zu bewundern. Die mediterranen Pflanzen, die sommers die Parkanlagen schmücken, überwintern als „Exoten im Winterschlaf“ im Orangerieschloss. Der Veranstaltungsreigen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten zu „Italien in Potsdam“ hat bereits begonnen. So finden Führungen zu duftenden Zitrusbäumen und anderen „Exoten im Winterschlaf“ in den Pflanzenhallen des Orangerieschlosses von Sanssouci statt (bis 13. April immer samstags, 13 Uhr). Das 300 Meter lange Gebäudeensemble mit seiner imposanten Terrassenanlage ist die Vollendung des „Preußischen Arkadiens“, das König Friedrich Wilhelm IV. erdacht hatte. Auf der anderen Seite der Glienicker Brücke, im Berliner Schloss und Garten Glienicke, wird der Frühling am 31. März ganz italienisch begrüßt: „Benvenuta Primavera!“ Zur Sommersonnenwende am 21. Juni gibt es am gleichen Ort ein Open-Air-Konzert zum Geburtstag des früheren Hausherren Prinz Carl mit „Musik für den König von Neapel“. Höhepunkt im August ist die Potsdamer Schlössernacht mit „Una Notte Italiana“, die an zwei Abenden (16./17. August) den preußischen Traum von Arkadien Wirklichkeit werden lässt. Am 31. August ist das Orangerieschloss im Park Sanssouci imposante Kulisse für La Dolce Vita! Bei diesem Fest mit Musik und Tanz soll das süße italienische Leben nicht zu kurz kommen. Weitere Veranstaltungen finden in Sanssouci rund um die Römischen Bäder und Schloss Charlottenhof statt. Dazu gehören Gartenspaziergänge, Führungen, Lesungen und am 10. August ein außergewöhnliches Konzert: Mit seinem Werk „Pompeji“ hat der Komponist Radoslaw Pallarz den einstigen Bewohnern der untergegangenen Stadt eine Stimme gegeben. Die Texte für die Gesänge entnahm er den Graffiti, die an vielen Wänden in den Ruinen zu entdecken sind. Die reich geschmückte Villenarchitektur Pompejis spiegelt sich in den Römischen Bädern wieder, die Kronprinz Friedrich Wilhelm (IV.) ab 1829 erbauen ließ. Italien ist aber nicht nur in der Architektur und der Kultur Potsdams spürbar. Italienisches Lebensgefühl stellt sich bei einem Spaziergang durch die Parks und Gärten, bei Veranstaltungen auf dem Winzerberg, dem Belvedere auf dem Pfingstberg, dem Entdecken des italienischen Dörfchens Bornstedt ein. Seit 1990 verbindet die Städte Perugia in Umbrien und Potsdam eine Städtepartnerschaft, die Bürgerinnen und Bürgern beider Städte engagiert mit Leben füllen. Dafür stand für viele Jahre die Brandenburgische Gesellschaft der Freunde Italiens „IL PONTE“ und jetzt der Freundeskreis Potsdam-Perugia. Er bringt den Potsdamerinnen und Potsdamern aber nicht nur die Partnerstadt nahe, sondern versteht sich als Botschafter Italiens in Potsdam. Die Landeshauptstadt Potsdam, die Potsdam Marketing und Service GmbH (PMSG), das Museum Barberini und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg haben Kulturakteure, Kirchen, Vereine und Unternehmen dazu eingeladen, im Jahr 2019 unter der Überschrift „Italien in Potsdam“ attraktive Angebote für Einwohner und Besucher zu entwickeln. Die Potsdam Marketing und Service GmbH hat alle Angebote zu Italien in Potsdam für die Potsdamerinnen und Potsdam sowie die Gäste der Stadt auf der eigens erstellten und entwickelten Webseite www.italien-in-potsdam.de zusammengefasst. Auf die Spuren italienischer Einflüsse in der Stadt und im Park Sanssouci führen zahlreiche regelmäßige öffentliche Rundgänge wie „Potsdam zum Kennenlernen“, „Park Sanssouci – Der Traum von Italien“ und die Stadtteilführung „Italien in Potsdam – Führung vom Winzerberg durch die Jägervorstadt“. Auch im Programm für Gruppen gibt es zahlreiche Angebote für die Besucher Potsdams, die speziell zum Thema entwickelt worden sind. Der Veranstaltungskalender ist gut gefüllt. Es gibt neben den Führungen, der bereits erwähnten Ausstellung und des Highlights Schlössernacht weitere Termine, die man sich unbedingt vormerken sollte. Bereits im Februar laden der Freundeskreis Potsdam-Perugia und die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam zu einer Lesung mit Eva Mattes ein. Die bekannte Tatort-Kommissarin liest aus dem Bestseller „Lästige Liebe“ der Autorin Elena Ferrante. Am gleichen Ort sind im Juni faszinierende Italien-Aufnahmen von Peter Frenkel zu sehen. Der Olympiasieger im Gehen von 1972 war als Fotograf häufig zusammen mit IL PONTE in Italien und hat auch Perugia im Bild festgehalten. Gleich zweimal zeigen Kursteilnehmer der Volkhochschule Potsdam den Besuchern des Hauses ihre Eindrücke von Mal-Reisen nach Ligurien und in die Toskana. Im Rahmen des Orgelzyklus der Nikolaikirche Potsdam gastiert am Sonntag, 16. Juni 2019, 18 Uhr Giulia Biagetti aus Lucca. Im Konzert an der großen Hauptorgel erklingen Kompositionen von Joh. Seb. Bach, Orgelstücke alter Meister aus der Berliner Staatsbibliothek, die Konzertstudie des Spätromantikers Pietro Alessandro Yon und eine brillante Toccata von James Christopher Pardini. Die beliebte Potsdamer Erlebnisnacht am 27. Juli setzt musikalische Akzente aus Italien: aus der Partnerstadt Perugia sorgen die Swingle Kings mit Tarantella und Italian Mambo für Stimmung. Im „Kochbus“ auf dem Luisenplatz lernen die Koch-Kinder vom Küchenchef: „mozzare“ - also zupfen - und erfahren so, woher der Mozzarella, der auf die Pizzen gelegt wird, seinen Namen hat. Einen besonderen Höhepunkt bildet die „Italienische Sin(n)fonie“ in der Nikolaikirche, organisiert von der Bach-Gesellschaft in Kooperation mit der Landeshauptstadt Potsdam. Zum Programm „Italien in Potsdam“ gehört selbstverständlich ein italienischer Abend auf dem Belvedere auf dem Pfingstberg. In Planung ist eine italienische Filmreihe des Filmmuseums Potsdam im Oktober. Der Veranstaltungsreigen, der eine Kombination aus Unterhaltung, Emotion und Wissens-vermittlung verspricht, wird mit der Website sowie Image-Plakaten beworben, die Ende Januar auch in zehn deutschen Städten zu sehen sind. „Mit ‘Italien in Potsdam‘ möchten wir gemeinsam dazu einladen, Potsdam neu oder wieder zu entdecken. Die breite Resonanz, die der Aufruf gefunden hat, ist ein Beleg dafür, dass es das italienische Potsdam wirklich gibt“, so Heinz Buri, Ortrud Westheider, Raimund Jennert und Sigrid Sommer heute bei einem gemeinsamen Pressetermin. „Benvenuti a tutti e buon divertimento – herzlich willkommen und gute Unterhaltung.“ Mehr Informationen zu "Italien in Potsdam"

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News veröffentlicht am 29.01.2019

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