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Baumzustandsbericht zur Ermittlung der Trockenschäden beauftragt Potsdam setzt Bewässerungssäcke ein. Foto Landeshauptstadt Potsdam/ Dana Fiebig In diesem Jahr kommen in der Landeshauptstadt Potsdam neue Bewässerungssysteme an den Stadtbäumen zum Einsatz. Erstmalig werden 564 sogenannte „Bewässerungssäcke“ durch den Bereich Grünflächen im Stadtgebiet eingesetzt. Im Süden des Stadtgebietes sind die Bewässerungssäcke z.B. in der Turmstraße, der Wollestraße, der Siemensstraße, der Wattstraße, am Erlenhof, am Magnus-Zeller-Platz, in der Heinrich Mann Allee und der Drewestraße installiert. Auch, wenn der erste Blick sonderbar erscheint: Dieses System erlaubt Bäume besonders effizient und pflanzenverfügbar zu wässern. Generell kommt der Wassersack an den Standorten zum Einsatz, an denen eine Bewässerung einen hohen Oberflächenabfluss herbeiführt und somit mit herkömmlichen Verfahren nicht effizient ist, z. B. wenn kein Gießring möglich ist oder nur kleine Baumscheiben vorhanden sind.  Der Bewässerungssack wird direkt an dem Baum platziert und mehrmals in der Sommerzeit von Schlauchwagen befüllt. Die Potsdamer Bewässerungssäcke fassen 60-70 Liter. Diese Wassermenge wird dann langsam über einen Zeitraum von sechs bis acht Stunden direkt in den Wurzelbereich abgegeben. Der Sack verhindert die Wiederverdunstung im Bereich des Gießrandes und platziert das Wasser genau an der Stelle, wo es dringend benötigt wird. Im Norden wird weiterhin auf die herkömmliche Weise gewässert, in der Regel lassen die Standortbedingungen hier das direkte Wässern über die Baumscheibe oder bestehende Gießringe zu. Generell hatten die städtischen Grünanlagen und Bäume im Stadtgebiet in den vergangenen beiden Jahren aufgrund der geringen Niederschläge schwierige Bedingungen. Als unmittelbare Folgen der Trockenheit in 2018 und 2019 ist bereits erkennbar, dass neben den vielerorts abgestorbenen oder offensichtlich stark geschädigten flachwurzelnden Baumarten (Birken, Weiden, Nadelgehölze) auch die Vitalität einiger Leitbaumarten Potsdams erkennbar Schaden genommen hat (vor allem Linde, Ahorn, Rotdorn und Buche). Da Bäume als langlebige Pflanzen eher träge auf äußere Einwirkungen reagieren, muss davon ausgegangen werden, dass sich die Folgen solcher Trockenjahre über einen Zeitraum von mehreren Jahren zeigen werden. Ob und in welchem Umfang sich die Bestände wieder erholen können, hängt in erster Linie vom Witterungsverlauf in diesem und den folgenden Jahren ab. Mit dem Nachlassen der Baumvitalität kommen mittlerweile zunehmend Krankheiten zum Tragen -  zum Beispiel die Buchenkomplexkrankheit oder der zunehmende Massariabefall an Platanen. Damit die Schäden genau beziffert werden können, wurde die Anfertigung eines Baumzustandsberichtes beauftragt. Die Ergebnisse erwartet die Stadt zum Ende des Jahres 2020.

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News veröffentlicht am 08.07.2020

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